Die Wohnungsbaukrise in den wichtigsten portugiesischen Städten ist zweifellos eine der größten sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Gerade in Zeiten großer Schwierigkeiten eröffnen sich jedoch Chancen, das nationale urbane Paradigma neu zu denken und zu transformieren. Eine strategische, integrierte und ambitionierte Reform kann der Weg zu inklusiveren, nachhaltigeren und wettbewerbsfähigeren Städten sein.
Der erste Schritt zu einer wirksamen städtischen Reform besteht darin, reaktive und fragmentierte Antworten hinter sich zu lassen und auf eine langfristige Vision zu setzen, die alle Akteure des Sektors einbezieht: politische Entscheidungsträger, Verwaltungsbehörden, Immobilienentwickler, Verbraucherverbände, Stadtplaner und Juristen. Nur durch Dialog und gemeinsame Verantwortung ist es möglich, einen transparenten und vorhersehbaren Regulierungsrahmen zu schaffen, der nationale und internationale Investitionen anzieht, ohne das öffentliche Interesse zu gefährden.
Die Vereinfachung der Genehmigungsverfahren ist von entscheidender Bedeutung. Die Vielzahl an Verfahrensschritten, Stellungnahmen und Dokumentationsanforderungen zählt zu den größten Hindernissen für die Ausweitung des Wohnungsangebots, treibt die Preise in die Höhe und schreckt Investoren ab. Eine effizientere, digitalisierte und ergebnisorientierte öffentliche Verwaltung kann Projekte freisetzen, Entscheidungen beschleunigen und mehr Gerechtigkeit und Fairness beim Zugang zu Wohnraum gewährleisten.
Internationale Erfahrungen bieten inspirierende Beispiele erfolgreicher städtischer Reformen. In New York verwandelte das High-Line-Projekt eine ehemalige Hochbahntrasse in einen Stadtpark, revitalisierte das umliegende Gebiet, förderte die Gebäudesanierung und schuf hochwertige öffentliche Räume. Paris setzte auf urbane Wälder und die Aufwertung peripherer Stadtviertel und verband dabei ökologische Nachhaltigkeit mit sozialer Inklusion. Barcelona wiederum führte das Konzept der „Superblocks“ ein, schränkte den Autoverkehr in bestimmten Bereichen ein und gab den öffentlichen Raum an die Bürger zurück, wodurch sanfte Mobilität, lokaler Handel und gemeinschaftliches Zusammenleben gefördert wurden.
Diese Beispiele zeigen, dass es möglich ist, vernachlässigte Gebiete zu revitalisieren, die Stadterneuerung voranzutreiben und grünere, menschlichere Städte zu schaffen, sofern politischer Wille, strategische Planung und die Beteiligung der Zivilgesellschaft vorhanden sind. In Portugal zeigen Initiativen wie der Grüne Plan von Lissabon und Programme zur Stadterneuerung bereits erste Erfolge, doch es ist notwendig, weiterzugehen und sicherzustellen, dass alle Gemeinden über aktuelle und bedarfsgerechte Flächennutzungspläne verfügen.
Ein weiterer zentraler Pfeiler der städtischen Reform ist die Abstimmung zwischen Wohnungs-, Miet- und Sanierungspolitik. Der Zugang zu angemessenem Wohnraum muss Priorität haben, indem bezahlbare Mieten, die Umnutzung leerstehender Immobilien und die Sanierung als Regelfall gefördert werden. Die Einbindung des Staates, der Kommunen, von Genossenschaften und des privaten Sektors ist entscheidend, um Ressourcen zu mobilisieren, Projekte zu beschleunigen und sicherzustellen, dass die Lösungen diejenigen erreichen, die sie am dringendsten benötigen.
Innovation und Digitalisierung müssen Verbündete der Reform sein. Elektronische Plattformen für die Einreichung und Überwachung von Projekten, die Interoperabilität zwischen kommunalen Systemen und externen Stellen sowie der Einsatz von Technologien wie Building Information Modeling (BIM) können die Produktivität steigern, Abfälle reduzieren und die Energieeffizienz fördern.
Schließlich ist es unerlässlich, Rechtssicherheit und Investorenvertrauen zu gewährleisten. Regulatorische Vorhersehbarkeit, Transparenz der Verfahren und die Abstimmung zwischen verschiedenen Regelwerken sind entscheidende Faktoren zur Belebung des Immobilienmarktes, ohne dabei das öffentliche Interesse und den sozialen Zusammenhalt aus den Augen zu verlieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Portugal die Chance hat, ein neues urbanes Paradigma einzuleiten, indem es von den besten internationalen Beispielen lernt und diese an seine eigene Realität anpasst. Die Zukunft der portugiesischen Städte hängt vom Mut zur Reform, von der Fähigkeit ab, unterschiedliche Interessen zu vereinen, und von der Entwicklung nachhaltiger Lösungen, die das Wohl der Bevölkerung und die nachhaltige Entwicklung der Regionen fördern.
 
Immobilien, Luxury Portfolio International, LeadingRE