Die portugiesische Wirtschaft hat im dritten Quartal 2025 erneut überrascht. Nicht wegen eines punktuellen Wachstums, sondern wegen der Konsistenz des gesamten Indikatorensets. In einem europäischen Umfeld, das weiterhin von Unsicherheit geprägt ist, gelang es Portugal, sich über dem Durchschnitt der Europäischen Union zu positionieren und damit zu bestätigen, dass das Land eine strukturell gesündere Phase durchläuft.
Das Bruttoinlandsprodukt wuchs um 2,4 %, vor allem getragen von privatem Konsum und Investitionen. Der Konsum blieb stark, gestützt durch eine historisch niedrige Arbeitslosenquote und eine gedämpfte Inflation, die auf 2,2 % zurückging. Dieses Gleichgewicht zwischen Beschäftigung, Reallöhnen und Preisstabilität hat ein Vertrauen geschaffen, das im heutigen europäischen Umfeld selten ist, sodass Haushalte Kaufkraft zurückgewinnen und Unternehmen planbarer agieren können.
Die Investitionen profitieren wiederum von zwei zentralen Treibern. Zum einen von der Umsetzung des Aufbau- und Resilienzplans, der weiterhin Kapital in die Realwirtschaft leitet, insbesondere in Infrastruktur, Digitalisierung, Energie und Wohnraum. Zum anderen von einem günstigeren Finanzumfeld, in dem die Zinsen auf einem Abwärtspfad sind und dadurch Investitionsentscheidungen, die seit 2022 aufgeschoben wurden, erneut freigesetzt werden.
Auch im Außenbereich verlief die Entwicklung positiv. Die Exporte stiegen im Quartal um 1,2 % und machten damit die Schrumpfung der vorherigen Periode wett. Das Verhalten der Dienstleistungen – insbesondere Tourismus, Technologie und unternehmensbezogene Dienstleistungen – war für diese Erholung entscheidend. Gleichzeitig verlangsamten sich die Importe auf 3,7 %, was eine stärkere Normalisierung der Lieferketten und eine geringere Notwendigkeit widerspiegelt, Einkäufe aus Angst vor logistischen Störungen vorzuverlagern.
Das vielleicht wichtigste Signal dieser neuen Phase der portugiesischen Wirtschaft kommt jedoch aus den öffentlichen Finanzen. Das Land hielt an einer strikten fiskalischen Kontrolle fest, gestützt durch steigende Steuereinnahmen und Ausgabendisziplin. Infolgedessen sank die Staatsverschuldungsquote weiter stetig und stärkte die externe Glaubwürdigkeit des Landes.
Diese Anstrengung wurde von den Märkten anerkannt. Standard & Poor’s hob das Rating portugiesischer Staatsschulden auf A+ an, während Fitch es auf A anhob. Gleichzeitig erreichte der Renditeabstand zu Deutschland historische Tiefstände, was sich in niedrigeren Finanzierungskosten für Staat, Unternehmen und Haushalte niederschlägt.
Dieses Faktorenbündel bildet eine äußerst relevante Grundlage für den wirtschaftlichen Zyklus, der 2026 beginnt. Wachstum über dem europäischen Durchschnitt, kontrollierte Inflation, anziehende Investitionen, solide öffentliche Konten und Vertrauen an den internationalen Märkten sind Zutaten, die nicht zufällig entstehen. Sie sind das Ergebnis eines Jahrzehnts der Anpassung, Reformen, institutioneller Stabilität und vollständiger Integration in die europäische Wirtschaft.
Entscheidend ist, dass es sich nicht um eine fragile oder rein konjunkturelle Erholung handelt. Es ist eine strukturell reifere Entwicklung. Portugal weist heute ein ausgewogeneres, berechenbareres und für langfristige Investitionen attraktiveres Wirtschaftsprofil auf.
In einer Zeit, in der viele europäische Länder mit Abschwächungen, politischer Instabilität oder fiskalischen Schwächen konfrontiert sind, erscheint Portugal als positive Ausnahme. Und das hat sehr konkrete Folgen: mehr Investitionen, mehr qualifizierte Beschäftigung, nachhaltigeres Wachstum und eine größere Fähigkeit, externe Schocks zu bewältigen.
Wenn 2025 die Wende bestätigt hat, könnte 2026 Portugal als eine der stabilsten und interessantesten Volkswirtschaften Südeuropas festigen.
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