Im Verlauf dieser Serie auf Grundlage des jüngsten OECD-Berichts ist eine Idee immer klarer geworden: Portugal ist in eine neue Phase seiner Wirtschaftsgeschichte eingetreten. Es geht nicht mehr nur darum, sich von Krisen zu erholen oder strukturelle Ungleichgewichte zu korrigieren. Die Herausforderung ist nun deutlich ambitionierter: Wachstum in dauerhaften Wohlstand zu verwandeln.
Die nächsten zehn Jahre werden entscheidend sein. Die OECD identifiziert vier große Kräfte, die die Zukunft der entwickelten Volkswirtschaften prägen werden: demografische Alterung, Klimatransition, technologische Revolution und geopolitische Neuordnung. Portugal ist gegen keine dieser Kräfte immun. Doch zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten begegnet es ihnen aus einer Position der Stabilität und Glaubwürdigkeit.
Das jüngste Wirtschaftswachstum, getragen von Investitionen, Beschäftigung und der Rückkehr externen Vertrauens, bietet eine solide Grundlage. Allerdings garantiert Wachstum allein weder eine echte Konvergenz noch eine strukturelle Verbesserung der Lebensstandards. Den Unterschied macht die Qualität dieses Wachstums.
Produktivität wird weiterhin das zentrale Schlachtfeld sein. Ohne einen konsequenten Produktivitätssprung riskiert Portugal, in einem Modell aus niedrigen Löhnen, begrenztem Wachstum und sozialer Fragilität stecken zu bleiben. Die Antwort stützt sich auf drei zentrale Säulen: Bildung und Qualifikationen, Unternehmensinnovation und staatliche Effizienz.
Das Land macht in allen drei Bereichen bereits Fortschritte, doch Geschwindigkeit und Umfang dieser Transformation müssen beschleunigt werden. Investitionen in digitale Kompetenzen, das Reskilling der Arbeitskräfte und die Verbindung zwischen Universitäten, Forschungszentren und Unternehmen werden entscheidend sein. Gleichzeitig ist es unerlässlich, Bedingungen zu schaffen, damit mehr portugiesische Unternehmen wachsen, innovieren und ihre Produkte und Dienstleistungen internationalisieren können.
Die OECD betont klar, dass die erfolgreichsten Volkswirtschaften des nächsten Jahrzehnts jene sein werden, die wirtschaftliches Wachstum mit sozialer Inklusion und ökologischer Nachhaltigkeit verbinden. Portugal hat hier eine seltene Chance. Energiewende, Digitalisierung und grüne Reindustrialisierung können zu Entwicklungstreibern werden — für qualifizierte Beschäftigung und für eine stärkere externe Wettbewerbsfähigkeit.
Doch diese Zukunft entsteht nicht durch Trägheit. Sie erfordert stabile politische Führung, starke Institutionen, Umsetzungsfähigkeit und eine geteilte Vision zwischen öffentlichem Sektor, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Portugal ist nicht mehr nur ein Land in der Erholung. Heute ist es ein Land im strategischen Aufbau. Der Unterschied zwischen einem positiven Zyklus und einer echten strukturellen Transformation liegt in der Fähigkeit, diesen Moment zu nutzen, um alte Schwächen zu korrigieren und die Grundlagen eines neuen Wohlstandsmodells zu legen.
Gelingt das, könnte das beginnende Jahrzehnt die Konsolidierung Portugals als moderne, resiliente und wettbewerbsfähige europäische Wirtschaft markieren — nicht nur wachsend, sondern nachhaltig konvergierend mit den fortschrittlichsten Ländern der Europäischen Union.
Und das ist im Kern das eigentliche Ziel jeder Wirtschaftspolitik: eine sicherere, wohlhabendere und gerechtere Zukunft für die nächsten Generationen zu schaffen.
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